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Rolf van Raden
eMail: Rolf.vanRaden(at)ruhr-uni-bochum.de

 

Rolf van Raden studierte der Literaturwissenschaft, Politikwissenschaft und Theaterwissenschaft. Arbeit als freier Journalist vor allem im Hörfunkbereich, seit 2008 Mitarbeit im Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung, seit 2009 Mitglied der Sektion „Humanities and Social Sciences“ der Ruhr-University Researach School.

 

 

Im Oktober 2009 erscheint:

 

Patient Massenmörder
Der Fall Ernst Wagner und die biopolitischen Diskurse

 

ISBN-13: 978-389771-754-1
Preis: ca. 24 Euro
Edition Diss Band: 25


Ernst Wagner, Hauptlehrer aus Degerloch bei Stuttgart, tötete in der Nacht vom 3. auf den 4. August 1913 seine Frau und seine vier Kinder. Anschließend erschoss er neun weitere Menschen und verletzte elf schwer. Bis 1938 fristete er sein Leben in einer psychiatrischen Anstalt. Immer wieder stellte er fest, dass er nicht bedauere, seine Kinder getötet zu haben, da sein ganzes Geschlecht entartet sei.
Darin traf sich seine Rede mit der seines Arztes: Robert Gaupp, Leiter der Universitätsnervenklinik Tübingen, machte Ernst Wagner zu seinem Fall und entwickelte an ihm die Lehre von der echten Paranoia. Parallel dazu forderte der angesehene Mediziner als Befürworter von Eugenik, Rassenhygiene und Zwangssterilisation schon 1920 die ›Vernichtung lebensunwerten Lebens‹.
Die Studie untersucht das Geflecht biopolitischer Diskurse, in dem sich der Mörder und sein Arzt gemeinsam bewegten. Erstmals werden die den Fall bis heute begleitenden Schriftdokumente aus Presse, Politik und Wissenschaft erfasst und kritisch kommentiert. Ausgehend vom Fall Wagner weist der Autor nach, wie die Psychiatrie systematisch die Reichweite ihrer Diskurse ausdehnte, bis im Nationalsozialismus schließlich eliminatorische ärztliche Praktiken möglich wurden. Der Täter Ernst Wagner und seine Psychiater erscheinen somit als Referenzfiguren eines Jahrhunderts der Biopolitik.

 

 

Online zu lesen:

 

Medium und Massenmord. Der Fall Ernst Wagner.

Extended Abstract zum Vortrag im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft "Was wissen Medien?" 2. – 4. Oktober 2008, Institut für Medienwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum.

 

Zwischen Vorwurf und Vergessen. Die Volksfront als politische Konzeption.

Vortrag am 25.01.2005 im Rahmen des Politischen Dienstags des AStA der Ruhr-Universität Bochum.

 



Schlagwörter (tags): Literaturwissenschaft; Psychiatriegeschichte
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